Lofoten (Februar 2017)

Reisetagebuch „Northern Light Tour Lofoten 2017“ (10.-18. Februar 2017)

Falls es eine Schutzimpfung dagegen geben würde, wären wir wohl da nicht hingekommen. So aber waren wir sechs bereits seit einem Jahr vom „Nordlicht-Virus“ infiziert. Wir – das sind Manuela Drtilek und Robert Pauker, Günther Graz, Werner Hellrigl, Anton Bauder und ich vom Fotoklub des LINZ AG SPORT, die sich im Februar 2017 auf die Reise zu den Lofoten gemacht haben.

Diese wunderschöne Inselwelt oberhalb des Polarkreises in Norwegen ist schon alleine wegen des Klimas im Winter eine Reise wert. Begünstigt durch den Golfstrom sind die Häfen generell eisfrei und es ist nicht so bitter kalt als am Festland. Ein Jahr der Vorbereitung mit Recherchen über die Foto-Hotspots, Lesen der Erfahrungsberichte anderer Lofoten-Reisenden, Einholen von Tipps zur Bekleidung und Ausrüstung sowie Planung der Anreise gingen im Fluge vorbei.

Der Flug von München nach Oslo verläuft nicht aufregend, jedoch beim Weiterflug von Oslo nach Bodo haben wir herrliche Sicht auf die Fjorde und verschneiten Berge Norwegens. Der Zwischenaufenthalt in Bodo ist leider notwendig, da die Ankunftszeit des Fliegers und die Abfahrtszeit der Hurtigruten nur eine halbe Stunde differieren.

Vor Mitternacht schauen wir, ob uns die klare und kalte Nacht vielleicht ein paar der grünen Lichter bescheren würde. Und tatsächlich gegen 23 Uhr kommt uns am Himmel eine „Wolke“ etwas seltsam vor. Ein Probefoto bestätigt es uns dann: wir haben Nordlichter vor uns!! Die magischen Lichter werden nach Kurzem auch stärker, sodass wir sie bereits mit freiem Auge gut sehen können. Recht lange dauert das Spektakel leider nicht, denn aufkommende Wolken ziehen den Nachthimmel zu. Dass wir jedoch gleich am ersten Abend alle zusammen zum ersten Mal Polarlichter zu sehen bekommen, ist uns eine große Freude!

Tags darauf besteigen wir nach einem Stadtrundgang um 13 Uhr unser Hurtigruten-Schiff „MS SPITSBERGEN“ zur 4-stündigen Überfahrt nach Stamsund auf den Lofoten, wo wir unsere Mietautos in Empfang nehmen. Auf eisig glatten Straßen fahren wir dann mit den ungewohnt sicheren Spikereifen die halbe Stunde noch zu unserer Unterkunft in Mortsund (ca. 10km südlich von Leknes). Dort bekommen wir überraschenderweise als Upgrade drei geräumige 4er-Rorbuer mit jeweils zwei Schlafräumen, die wir gerne beziehen.

An den kommenden Tagen begleiten uns immer wieder Regenschauer, Nieseln und Windböen. Die dichte Bewölkung lässt keine Sichtung von Nordlichtern zu. Somit müssen wir uns tagsüber mit der Erkundung der trotzdem schönen Insellandschaften begnügen. Wir durchfahren Meerestunnels oder hüpfen über graziöse Bogenbrücken von einer Insel auf die andere. So kommen wir unter anderem zum lieblichen Nusfjord, nach Reine und schließlich nach A – der südlichst mit dem Auto erreichbaren Ortschaft der Lofoten. Auch die rauhe Atlantikseite der Lofoten wird von uns nicht ausgelassen und wir besuchen die fotogene Gimsoy Kirka, die Strände bei Eggum und Uttakleiv. Trotz stürmischem Wetter werden die Stative mit den Kameras in Position gebracht und die Landschaften auf den Speicherkarten festgehalten.

Zu einer Fotoreise auf den Lofoten gehört auch ein Ausflug zu den Seeadlern, die wir von Svolvaer aus Richtung Trollfjord mit einem kleinen Schiff unternehmen. Ein tolles Erlebnis, diese majestätischen Tiere aus der Nähe zu sehen!

Bei unserer Inselerkundung kommen wir immer wieder an den typischen Fischgestellen vorbei, auf denen saisonbedingt gerade die Dorsche als sogenannter Stockfisch zu Trocknen aufgehängt sind.

Der Wetterbericht für unsere letzte Lofoten-Nacht verspricht ein Aufhören der Niederschläge, ein Aufklaren der Wolkendecke und damit die Chance auf Nordlichter. Die Nacht wird sehr lang, denn um 23:30 regnet es noch, genauso auch um 1 Uhr. Um 2 Uhr ist es schon trocken, aber die Wolkendecke noch immer geschlossen. Nachdem wir es bereits aufgegeben haben stelle ich mir trotzdem nochmals den Wecker auf 3:45. Als ich zum Fenster raus schaue sehe ich die Sterne und wecke sogleich die Anderen. Wir schnappen unsere bereits vorbereiteten Stative und Kameras und laufen vor unsere Hütten. Mit freiem Auge ist nichts zu erkennen, aber durch die lange Belichtungszeit von rd. 20-30 Sekunden zeigen sich am Kameradisplay doch grüne Schleier – zwar nicht allzu stark, aber immerhin. Man wird ja mit der fortschreitenden Zeit genügsam! Müde aber nicht unzufrieden gehen wir bald wieder ins Bett, da aufziehende Wolken dem „Schauspiel“ wieder die Vorhänge zuziehen.

Nachdem wir uns nach der bereits verspäteten Ankunft der MS NORDLYS eingeschifft haben, versuchen wir trotz der rauhen See ein wenig zu schlafen. Unsere Aurora-App meldet für Bodo, wo wir um 02:30 ankommen sollten, Bomben-Nordlichtaktivität (Kp-Index 5 !) und hohe Sichtbarkeit. Wegen des sturmbedingten Seegangs kann unser Schiff in die Westeinfahrt nach Bodo nicht einfahren und müssen weiter südlich bis Ornes fahren – Ankunft dort um ca. 07:00. Also nix wird’s mit den Nordlichtern in Bodo. Mit einem Linienbus werden wir zurück nach Bodo gebracht, wo wir um 10:00 ankommen und unseren Flieger zurück um 12:40 erreichen.

Nach dem Rückflug von Bodo – Oslo – München (mit 4 Stunden Zwischenaufenthalt in Oslo) fährt uns Werner noch sicher nach Linz zurück. Nach dieser langen Rückreise (Auschecken im Quartier am Freitag 10:00 bis zur Ankunft in Linz am Sonntag 02:00 früh) fallen wir erschöpft in unsere heimischen Betten.

Zusammenfassung

Trotz der für einige nicht so erfüllten Erwartungen dürfen wir nicht unzufrieden sein, denn wir alle haben zumindest zum ersten Mal überhaupt Nordlichter live gesehen, Seeadler fotografiert und abwechslungsreiche Insel-Landschaften besucht.

Die intensiven Nordlichter, die eine Woche vor uns einer Fotogruppe schlaflose Nächte beschert hatten, wollen wir in ein paar Jahren nachholen – versprochen?

Günther Gröger, 20.03.2017

Bericht und Fotos von Robert Pauker:

https://spark.adobe.com/page/ZcUbQU752d5TP/

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